Parkinson: Physiotherapie und Training bei der Parkinson-Krankheit
Bei Parkinson werden Bewegungen kleiner, langsamer und unsicherer. Medikamente sind die Basis der Behandlung, aber sie ersetzen kein Training. Wer früh beginnt und dranbleibt, kann Gang, Gleichgewicht und Selbstständigkeit länger erhalten.
Auf einen Blick
Leitlinie
Physiotherapie hat in allen Krankheitsphasen den höchsten Empfehlungsgrad.
Freezing
Hinweisreize von außen wie ein Takt oder Bodenmarkierungen helfen beim Losgehen.
Stürze
Gleichgewichtstraining und Schutzschritte beugen Stürzen vor.
Früh beginnen
Am besten gleich nach der Diagnose – und dann dranbleiben.
Was Physiotherapie bei Parkinson leistet und welche Übungen wirklich helfen
TGS Physiotherapie begleitet Sie als Hausbesuch in Essen und Mülheim an der Ruhr. Wir üben in Ihrer Wohnung, also genau dort, wo enge Türen, Teppichkanten und Drehungen im Alltag Schwierigkeiten machen.
Was ist die Parkinson-Krankheit?
Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. In Deutschland sind je nach Schätzung 400.000 bis 500.000 Menschen betroffen. Typisch sind:
- verlangsamte, kleiner werdende Bewegungen
- Muskelsteifigkeit
- Zittern in Ruhe
- unsicherer Gang mit kleinen Schritten und erhöhter Sturzgefahr
- Freezing, das plötzliche „Einfrieren“ beim Gehen
- leise, monotone Sprache
Was bringt Physiotherapie bei Parkinson?
Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie gibt der Physiotherapie den höchsten Empfehlungsgrad, und zwar in allen Krankheitsphasen. Schwerpunkte sind Gangtraining, Gleichgewichtsübungen, Kraft- und Dehnübungen sowie Sturzprävention.
Was sich durch Physiotherapie verbessert
Die Effekte waren meist klein und in den Studien nur kurzfristig untersucht. Das heißt für die Praxis: Training wirkt, aber nur, solange Sie es fortsetzen.
Welche Übungen helfen bei Parkinson?
Das Training richtet sich nach Ihren Hauptproblemen. Diese Bausteine sind am besten untersucht:
| Problem | Trainingsansatz |
|---|---|
| Kleine, langsame Bewegungen | Training mit bewusst großen Bewegungen (zum Beispiel nach dem LSVT-BIG-Konzept), vor allem in frühen Phasen |
| Freezing und Startschwierigkeiten | Hinweisreize von außen (Cueing): Takt eines Metronoms, Markierungen am Boden, Zählen oder Kommandos |
| Unsicheres Gleichgewicht, Stürze | Gleichgewichtstraining, Üben von Schutzschritten, Tai-Chi |
| Gebeugte Haltung | Kräftigung der Rücken- und Hüftstrecker |
| Kraftverlust, schweres Aufstehen | Krafttraining, in Studien zweimal pro Woche |
| Nachlassende Ausdauer | Nordic Walking, Radfahren, Laufband |
| Freude an Bewegung | Tanzen, besonders gut untersucht ist Tango |
Freezing und Stürze: Was können wir tun?
Stürze sind bei Parkinson häufig. Nach 15 Jahren Krankheitsverlauf sind vier von fünf Betroffenen gestürzt, und fast jeder Vierte hat sich dabei etwas gebrochen. Vorbeugen lohnt sich also früh.
- Hinweisreize finden: Welcher Reiz bei Freezing hilft, ist individuell. Ich probiere mit Ihnen aus, was funktioniert, und wir üben es in den Situationen, in denen das Freezing auftritt. Angehörige lernen mit.
- Schutzschritte üben: Gezieltes Training verlängert den ersten Ausfallschritt und verkürzt die Reaktionszeit.
- Wohnung prüfen: Ein Hausbesuch, bei dem Gefahrenquellen beseitigt werden, gehört zu den sinnvollen Maßnahmen der Sturzvorbeugung.
Wann sollte ich mit dem Training beginnen?
So früh wie möglich, am besten gleich nach der Diagnose. Frühes Training beugt der Inaktivität vor, die viele Beschwerden verstärkt. Als Richtwert gelten mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche.
Wenn Ihre Beweglichkeit im Tagesverlauf schwankt, lege ich die Termine in Ihre guten Phasen, in denen die Medikamente wirken. Und weil Verbesserungen nur bei kontinuierlichem Training erhalten bleiben, bekommen Sie ein Eigenprogramm für die Tage zwischen den Terminen.
Physiotherapie bei Parkinson als Hausbesuch in Essen und Mülheim
Freezing tritt selten im Therapieraum auf, sondern an der eigenen Wohnungstür, im Flur oder beim Umdrehen in der Küche. Zuhause können wir genau dort ansetzen. TGS Physiotherapie kommt zu Ihnen, ohne Anfahrt und ohne Wartezimmer. So sieht die Behandlung aus:
- Befund mit standardisierten Tests für Gehen, Gleichgewicht und Aufstehen
- Gangtraining mit großen Schritten und Armschwung
- Strategien gegen Freezing in Ihren eigenen Räumen
- Gleichgewichts-, Kraft- und Haltungstraining
- Sturzprävention und Blick auf Gefahrenquellen in der Wohnung
- Anleitung Ihrer Angehörigen
- ein Eigenprogramm für die Tage zwischen den Terminen
Sie wohnen in Essen oder Mülheim an der Ruhr und suchen Physiotherapie bei Parkinson? Die Behandlung ist für Privatversicherte und Selbstzahler möglich. Mehr dazu unter Hausbesuche und Krankengymnastik. Unverbindliches Erstgespräch anfragen
Häufige Fragen zur Physiotherapie bei Parkinson
Beginn, Freezing, Sport, Angehörige, Rezept und Kosten.
Ab wann ist Physiotherapie bei Parkinson sinnvoll?
Von Anfang an. Die Leitlinie empfiehlt Physiotherapie in allen Krankheitsphasen, und Training sollte schon in frühen Phasen beginnen.
Was hilft gegen Freezing?
Hinweisreize von außen, zum Beispiel ein Takt, Linien am Boden oder ein lautes Kommando. Welcher Reiz bei Ihnen wirkt, finden wir gemeinsam heraus und üben ihn im Alltag.
Welcher Sport ist bei Parkinson gut?
Alles, was Sie regelmäßig machen. Gut untersucht sind Nordic Walking, Radfahren, Tanzen, Tai-Chi und Krafttraining. In Vergleichsstudien war keine Trainingsform den anderen klar überlegen.
Wie oft sollte ich üben?
Am besten täglich in kleinen Einheiten. Als Richtwert gelten 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, dazu die gezielten Übungen aus der Therapie.
Kann Physiotherapie Parkinson aufhalten?
Nein, das Fortschreiten der Krankheit lässt sich damit nicht stoppen. Training verbessert aber Gehen, Gleichgewicht und Beweglichkeit und hilft, selbstständig zu bleiben.
Was können Angehörige tun?
Mitüben und die vereinbarten Hinweisreize geben, wenn es stockt. Ziehen oder Schieben hilft bei Freezing nicht. Ich zeige Ihnen, was stattdessen funktioniert.
Benötige ich ein Rezept für Physiotherapie?
Nein, Physiotherapie ist auch als Selbstzahler möglich. Wenn ein ärztliches Rezept vorliegt, kann die Behandlung je nach Verordnung und Versicherung entsprechend abgerechnet werden.
Behandeln Sie auch gesetzlich Versicherte?
Ja, als Selbstzahler. Eine Abrechnung über gesetzliche Krankenkassen ist aktuell nicht möglich.

Ihr Therapeut
Thomas Gdawiec-Schräder
Physiotherapeut (B.Sc.), Abschluss 2020 an der Hochschule für Gesundheit Bochum. Fortbildungen in Manueller Therapie, Krankengymnastik am Gerät sowie Schwindel- und Vestibulärtherapie, seit 2024 Dozent für Physiotherapie und sektoraler Heilpraktiker für Physiotherapie.
Diese Information ersetzt nicht die Beratung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Stand: Oktober 2026.
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