Oberschenkel­halsbruch: Physiotherapie nach hüftnahen Brüchen

Ein Sturz, ein stechender Schmerz in der Leiste, und plötzlich geht nichts mehr: Der Oberschenkelhalsbruch gehört zu den folgenreichsten Verletzungen im höheren Alter. Nach der Operation entscheidet die Nachbehandlung mit darüber, ob Sie wieder selbstständig gehen und in Ihrer Wohnung bleiben können.

Auf einen Blick

Operation

Hüftnahe Brüche werden in aller Regel operiert, möglichst innerhalb von 24 Stunden.

Früh bewegen

Die Mobilisation beginnt am ersten Tag nach der Operation.

Belastung

Mit Hüftprothese meist sofort voll, sonst nach Vorgabe der Klinik.

Vorbeugen

Osteoporose abklären, Kraft trainieren, Stolperfallen beseitigen.

Reha nach dem hüftnahen Bruch: wieder sicher gehen und selbstständig bleiben

Hier erfahren Sie, wie die Reha abläuft und worauf es ankommt. TGS Physiotherapie begleitet Sie und Ihre Angehörigen als Hausbesuch in Essen und Mülheim an der Ruhr. Wir üben dort, wo Sie wieder sicher werden müssen: in Ihrer Wohnung, auf Ihrer Treppe, auf dem Weg ins Bad.

Was ist ein hüftnaher Bruch?

Gemeint sind Brüche am oberen Ende des Oberschenkelknochens, direkt am Hüftgelenk. Am häufigsten sind der Schenkelhalsbruch und der Bruch knapp darunter, im Bereich der Rollhügel. Ursache ist fast immer ein Sturz aus dem Stand, oft bei bestehender Osteoporose.

Hüftnahe Brüche werden in aller Regel operiert, und zwar möglichst innerhalb von 24 Stunden nach der Aufnahme im Krankenhaus. Je nach Bruchform wird das Hüftgelenk ganz oder teilweise durch eine Prothese ersetzt oder der Knochen mit einem Nagel oder Schrauben stabilisiert.

Warum ist frühe Bewegung so wichtig?

Jeder Tag im Bett kostet Kraft, Gleichgewicht und Selbstvertrauen. Für Kliniken ist deshalb verbindlich vorgeschrieben, dass Physiotherapie täglich zur Verfügung steht und die Mobilisation am ersten Tag nach der Operation beginnt. Die Ziele sind klar benannt:

  • die Gehfähigkeit wiedererlangen
  • Verwirrtheitszustände, Lungenentzündung und andere Komplikationen vermeiden
  • Pflegebedürftigkeit und einen Umzug ins Heim verhindern
  • die Lebensqualität erhalten

Was im Krankenhaus beginnt, muss zuhause weitergehen. Viele Betroffene sind nach der Entlassung noch unsicher, gehen am Rollator und trauen sich wenig zu. Genau hier setzt die Physiotherapie an.

Nachbehandlung nach Oberschenkelhalsbruch: Ablauf in Phasen

Was darf ich nach der Operation?

Das hängt vom Verfahren ab:

  • Mit Hüftprothese: Meist dürfen Sie sofort voll belasten. In den ersten Wochen gelten häufig dieselben Bewegungsregeln wie nach einer geplanten Hüft-TEP, zum Beispiel nicht tief sitzen und die Beine nicht übereinanderschlagen.
  • Mit Nagel oder Schrauben: Die erlaubte Belastung legt die Klinik fest. Oft ist volle Belastung möglich, manchmal zunächst nur Teilbelastung.

Fragen Sie im Zweifel nach. Ich richte die Therapie nach dem Entlassbrief und stimme mich bei Unklarheiten mit Ihrer ärztlichen Praxis ab.

Den nächsten Bruch verhindern

Wer einen hüftnahen Bruch hatte, hat im folgenden Jahr ein stark erhöhtes Risiko für weitere Brüche. Die Osteoporose-Leitlinie empfiehlt deshalb drei Dinge:

  • Osteoporose abklären und behandeln: Nach einem hüftnahen Bruch soll die Behandlung rasch beginnen. Sprechen Sie Ihre Hausarztpraxis darauf an.
  • Kraft und Gleichgewicht trainieren: Ein individuelles Programm für Kraft, Balance und Koordination gehört fest zur Osteoporosetherapie.
  • Stolperfallen beseitigen: Hausbesuche, bei denen die Wohnung auf Sturzgefahren geprüft wird, werden ausdrücklich empfohlen. Mehr dazu unter Sturzprävention.

Sofort an Klinik, ärztliche Praxis oder Notaufnahme wenden bei:

  • plötzlichen starken Schmerzen in Hüfte oder Leiste, das Bein lässt sich nicht mehr belasten
  • das Bein wirkt verkürzt oder verdreht
  • Rötung, Überwärmung oder Nässen der Wunde, Fieber
  • schmerzhafter Schwellung der Wade oder plötzlicher Atemnot
  • neuer Verwirrtheit

Physiotherapie nach Oberschenkelhalsbruch als Hausbesuch in Essen und Mülheim

Nach einem hüftnahen Bruch ist der Weg in eine Praxis meist nicht zu schaffen. TGS Physiotherapie kommt deshalb zu Ihnen nach Hause, ohne Anfahrt und ohne Wartezimmer. So sieht die Behandlung aus:

  • Befund und Therapieplan nach den Vorgaben Ihrer Klinik
  • Gehschule mit Rollator oder Gehstützen und der Weg zurück zum freien Gehen
  • Aufstehen, Hinsetzen, Treppe und Wege in Ihrer eigenen Wohnung
  • Kräftigung von Hüft- und Beinmuskulatur, Gleichgewichtstraining
  • Sturzprävention und Blick auf Stolperfallen
  • Anleitung Ihrer Angehörigen
  • ein Eigenprogramm für die Tage zwischen den Terminen

Sie wohnen in Essen oder Mülheim an der Ruhr und suchen Physiotherapie nach einem Oberschenkelhalsbruch? Die Behandlung ist für Privatversicherte und Selbstzahler möglich. Unverbindliches Erstgespräch anfragen

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Oberschenkelhalsbruch

Gehen, Belastung, Rollator, Vorbeugung, Sturzangst, Rezept und Kosten.

Wie lange dauert es, bis ich wieder normal gehen kann?

Das ist sehr unterschiedlich. Viele Betroffene brauchen mehrere Monate, bis sie wieder so sicher gehen wie vor dem Sturz. Regelmäßiges Üben macht hier den größten Unterschied.

Darf ich nach der Operation voll belasten?

Oft ja, vor allem nach einer Hüftprothese. Nach einer Versorgung mit Nagel oder Schrauben legt die Klinik die Belastung fest. Die Angabe steht im Entlassbrief.

Wie lange brauche ich den Rollator?

So lange, bis Sie ohne ihn sicher und ohne Hinken gehen. Ich prüfe das regelmäßig mit standardisierten Tests und baue das Hilfsmittel schrittweise ab.

Wie kann ich einen weiteren Bruch verhindern?

Mit Kraft- und Gleichgewichtstraining, einer sicheren Wohnung und einer Abklärung der Knochendichte. Nach einem hüftnahen Bruch empfiehlt die Leitlinie, eine Osteoporose rasch zu behandeln.

Ich habe seit dem Sturz Angst zu gehen. Ist das normal?

Ja, Sturzangst ist nach einem Bruch sehr häufig. Sie lässt sich abbauen, wenn Sie schwierige Situationen schrittweise und mit Unterstützung wieder üben.

Was können Angehörige tun?

Zum Üben ermutigen, statt alles abzunehmen. Ich zeige Ihnen, wie Sie beim Aufstehen und Gehen sicher unterstützen.

Benötige ich ein Rezept für Physiotherapie?

Nein, Physiotherapie ist auch als Selbstzahler möglich. Wenn ein ärztliches Rezept vorliegt, kann die Behandlung je nach Verordnung und Versicherung entsprechend abgerechnet werden.

Behandeln Sie auch gesetzlich Versicherte?

Ja, als Selbstzahler. Eine Abrechnung über gesetzliche Krankenkassen ist aktuell nicht möglich.

Thomas Gdawiec-Schräder, Physiotherapeut in Essen und Mülheim

Ihr Therapeut

Thomas Gdawiec-Schräder

Physiotherapeut (B.Sc.), Abschluss 2020 an der Hochschule für Gesundheit Bochum. Fortbildungen in Manueller Therapie, Krankengymnastik am Gerät sowie Schwindel- und Vestibulärtherapie, seit 2024 Dozent für Physiotherapie und sektoraler Heilpraktiker für Physiotherapie.

Mehr über mich

Diese Information ersetzt nicht die Beratung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Stand: Oktober 2026.

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