Hüft-TEP: Physiotherapie nach dem künstlichen Hüftgelenk

Sie haben ein künstliches Hüftgelenk bekommen oder die Operation steht bevor? Die Hüft-TEP gehört zu den häufigsten und erfolgreichsten Operationen in der Orthopädie. Wie schnell Sie wieder sicher gehen, hängt aber auch von der Nachbehandlung ab.

Physiotherapeut baut die Behandlungsliege beim Hausbesuch auf

Auf einen Blick

Belastung

In der Regel dürfen Sie das Bein von Anfang an voll belasten, soweit es die Schmerzen zulassen.

Gehstützen

Im Durchschnitt etwa sechs Wochen.

Autofahren

Frühestens nach etwa sechs bis acht Wochen, in Absprache mit Ihrer ärztlichen Praxis.

Zuhause

Der Hausbesuch hilft, solange Sie an Gehstützen gehen und nicht Auto fahren.

Reha, Verhaltensregeln und Warnzeichen nach der Hüft-OP

TGS Physiotherapie begleitet Sie dabei als Hausbesuch in Essen und Mülheim an der Ruhr. Das ist gerade in den ersten Wochen hilfreich, in denen Sie an Gehstützen gehen und noch nicht Auto fahren.

Was ist eine Hüft-TEP?

Hüft-TEP steht für Hüft-Totalendoprothese. Dabei werden beide Gelenkpartner ersetzt: der Hüftkopf am Oberschenkel und die Hüftpfanne im Becken. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland rund 199.000 künstliche Hüftgelenke erstmals eingesetzt.

Der häufigste Grund ist die Hüftarthrose (Coxarthrose). Weitere Gründe sind Rheuma, das Absterben des Hüftkopfes und Schenkelhalsbrüche. Bei Brüchen wird oft nur der Hüftkopf ersetzt (Teilprothese). Etwa neun von zehn Hüftprothesen sind Totalprothesen, und die meisten davon werden ohne Knochenzement verankert.

Wann ist eine Hüft-TEP sinnvoll?

Eine neue Hüfte ist kein Eingriff, den man auf Verdacht macht. Die ärztliche Leitlinie nennt drei Voraussetzungen:

  • eine im Röntgenbild deutlich fortgeschrittene Arthrose
  • mindestens drei Monate konservative Behandlung ohne ausreichenden Erfolg, also Bewegungstherapie, Schmerzmittel und bei Bedarf Gewichtsreduktion
  • ein hoher Leidensdruck durch Schmerzen und Einschränkungen im Alltag

Vor der Operation können Sie selbst etwas für ein gutes Ergebnis tun. Empfohlen werden ein Rauchstopp mindestens einen Monat vorher, ein gut eingestellter Blutzucker bei Diabetes und bei starkem Übergewicht eine Gewichtsabnahme. Physiotherapie vor der Operation hilft, Kraft und Beweglichkeit zu erhalten.

Nachbehandlung nach Hüft-TEP: Ablauf in Phasen

In der Regel dürfen Sie das operierte Bein von Anfang an voll belasten, soweit es die Schmerzen zulassen.

Was darf ich nach einer Hüft-TEP nicht?

In den ersten Wochen soll das neue Gelenk nicht ausrenken (Luxation). Viele Kliniken geben deshalb Verhaltensregeln mit, die je nach Haus sechs Wochen bis drei Monate gelten:

  • die Hüfte nicht über 90 Grad beugen, also nicht tief sitzen und das Knie nicht höher als die Hüfte nehmen
  • die Beine nicht übereinanderschlagen und das operierte Bein nicht über die Körpermitte führen
  • das Bein nicht stark nach innen oder außen drehen, den Oberkörper nicht gegen die Beine verdrehen
  • kein Schneidersitz
  • nicht dauerhaft schwer heben oder tragen (mehr als etwa ein Fünftel des Körpergewichts)

Wie streng diese Regeln sein müssen, wird inzwischen diskutiert. Eine Auswertung von neun Studien mit über 8.800 Patienten fand keinen Beleg dafür, dass routinemäßige Bewegungsverbote Ausrenkungen verhindern. Welche Regeln für Sie gelten, hängt vom Operationszugang und von Ihrer Klinik ab. Halten Sie sich an deren Vorgaben, und fragen Sie nach, wenn Sie unsicher sind.

Alltag mit der neuen Hüfte: Sitzen, Schlafen, Bücken, Autofahren

  • Sitzen: auf höheren Stühlen mit fester Sitzfläche, bei Bedarf mit Sitzerhöhung für Stuhl und Toilette.
  • Schlafen: Auf der operierten Seite dürfen Sie liegen, sobald es schmerzfrei geht. Auf der gesunden Seite nur mit einem Kissen zwischen den Beinen.
  • Bücken: das gesunde Bein nach vorne stellen und das operierte Bein nach hinten wegstrecken.
  • Anziehen: Schuhlöffel und Greifzange erleichtern die ersten Wochen.
  • Autofahren: frühestens nach etwa sechs bis acht Wochen, wenn Sie ohne Stützen gehen, sicher reagieren können und keine müde machenden Medikamente nehmen. Sprechen Sie den Zeitpunkt mit Ihrer ärztlichen Praxis ab.

Komplikationen nach Hüft-TEP: Worauf sollte ich achten?

Die meisten Hüftprothesen halten viele Jahre.

Wenn eine Prothese gewechselt werden muss, sind die häufigsten Gründe laut Endoprothesenregister:

  • Lockerung: bei gut einem Fünftel der Folgeeingriffe
  • Infektion: bei knapp einem Fünftel der Folgeeingriffe
  • Ausrenkung des Gelenks
  • Knochenbruch in der Nähe der Prothese, meist nach einem Sturz

Das Risiko für einen Folgeeingriff steigt mit dem Körpergewicht.

Sofort an Operateur oder Notaufnahme wenden bei:

  • plötzlichen, neuartigen oder anhaltenden Schmerzen in Hüfte oder Leiste
  • das Bein wirkt plötzlich verkürzt oder verdreht und lässt sich nicht mehr belasten
  • Rötung, Überwärmung, Schwellung oder Nässen der Wunde, Fieber
  • schmerzhafter Schwellung der Wade oder plötzlicher Atemnot

In der Physiotherapie achte ich bei jedem Termin auf diese Zeichen und stimme mich bei Auffälligkeiten mit Ihrer ärztlichen Praxis ab.

Physiotherapie nach Hüft-TEP als Hausbesuch in Essen und Mülheim

Nach einer Hüft-OP ist der Weg in die Praxis oft das größte Hindernis: Sie gehen an Gehstützen und dürfen wochenlang nicht selbst fahren. TGS Physiotherapie kommt deshalb zu Ihnen nach Hause, ohne Anfahrt und ohne Wartezimmer. So sieht die Behandlung aus:

  • Befund und Therapieplan nach dem Nachbehandlungsschema Ihrer Klinik
  • Gehschule und Treppentraining in Ihrer eigenen Wohnung und auf Ihren täglichen Wegen
  • Kräftigung der Hüftmuskulatur, damit Sie ohne Hinken gehen
  • Gleichgewichtstraining, um Stürze mit der neuen Hüfte zu vermeiden
  • Üben von Alltagssituationen wie Aufstehen, Anziehen, Ein- und Aussteigen
  • ein Heimprogramm, das zu Ihrer aktuellen Reha-Phase passt
  • später medizinisches Training für Kraft und Belastbarkeit

Sie wohnen in Essen oder Mülheim an der Ruhr und suchen Physiotherapie nach Ihrer Hüft-OP? Die Behandlung ist für Privatversicherte und Selbstzahler möglich. Unverbindliches Erstgespräch anfragen

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Hüft-TEP

Gehstützen, Belastung, Autofahren, Schlafen, Sport, Rezept und Kosten.

Wie lange brauche ich Gehstützen nach einer Hüft-TEP?

Im Durchschnitt etwa sechs Wochen. Sie können die Stützen weglassen, wenn Sie schmerzfrei und ohne Hinken gehen und die Hüftmuskulatur kräftig genug ist.

Darf ich das Bein nach der Hüft-OP voll belasten?

In der Regel ja, von Anfang an und so weit es die Schmerzen zulassen. Wenn bei Ihnen eine Teilbelastung nötig ist, teilt Ihnen das die Klinik ausdrücklich mit.

Wann darf ich nach einer Hüft-TEP wieder Auto fahren?

Frühestens nach etwa sechs bis acht Wochen und erst, wenn Sie keine Stützen mehr brauchen. Klären Sie den Zeitpunkt mit Ihrer ärztlichen Praxis.

Wie schlafe ich nach einer Hüft-OP am besten?

In Rückenlage oder auf der operierten Seite, sobald das schmerzfrei möglich ist. Wenn Sie auf der gesunden Seite liegen, legen Sie ein Kissen zwischen die Beine.

Welcher Sport ist mit einem künstlichen Hüftgelenk möglich?

Gut geeignet sind Wandern, Walking, Radfahren, Schwimmen in Kraul- oder Rückenlage, Gymnastik und klassischer Skilanglauf. Tennis, Joggen oder Reiten sind bedingt geeignet. Am besten kehren Sie zu Sportarten zurück, die Sie schon vor der Operation beherrscht haben.

Wie lange hält eine Hüftprothese?

Meist viele Jahre. In einer großen Auswertung waren nach 15 Jahren noch knapp 90 Prozent der Prothesen im Körper, nach 20 Jahren etwa 70 Prozent und nach 25 Jahren knapp 60 Prozent.

Wie oft muss die neue Hüfte kontrolliert werden?

Ein gängiges Schema sieht im ersten Jahr vierteljährliche Kontrollen vor, im zweiten Jahr halbjährliche und danach jährliche.

Benötige ich ein Rezept für Physiotherapie?

Nein, Physiotherapie ist auch als Selbstzahler möglich. Wenn ein ärztliches Rezept vorliegt, kann die Behandlung je nach Verordnung und Versicherung entsprechend abgerechnet werden.

Behandeln Sie auch gesetzlich Versicherte?

Ja, als Selbstzahler. Eine Abrechnung über gesetzliche Krankenkassen ist aktuell nicht möglich.

Thomas Gdawiec-Schräder, Physiotherapeut in Essen und Mülheim

Ihr Therapeut

Thomas Gdawiec-Schräder

Physiotherapeut (B.Sc.), Abschluss 2020 an der Hochschule für Gesundheit Bochum. Fortbildungen in Manueller Therapie, Krankengymnastik am Gerät sowie Schwindel- und Vestibulärtherapie, seit 2024 Dozent für Physiotherapie und sektoraler Heilpraktiker für Physiotherapie.

Mehr über mich

Diese Information ersetzt nicht die Beratung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Stand: Oktober 2026.

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